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Hufrolle

lat. Podothrochlose

Die als “Hufrolle“ bekannte Krankheit ist eine schlecht zu diagnostizierende, schleichend fortschreitende Entzündung des Hufrollenschleibbeutels.
Die Krankheit tritt fast ausschlieslich an den Vorderbeinen auf. Die Entzündung greift nach und nach auch die glatte Knorpelschicht des Strahlbeins (ein kleiner rollenförmiger Knochen zwischen Kron- und Hufbein) an.

Hufrolle

ein gutes Bild von www.horseshoes.com
Hoof and Leg Cross – Section

Diese glatte Schicht ist die “Gleitbahn“ für die Hufbeinbeugesehne. Ist diese Schicht einmal durch immer wiederkehrende Entzündung und damit einhergehende Knochenauftreibungen zerstört, “franst” die Beugesehne aus. Man kann das deutlich machen, wenn man sich ein Tau vorstellt das immer über eine scharfe Kante gezogen wird. Diese Ausfaserungen entzünden natürlich wieder den Hufrollenbereich usw.usf.

Sind alle anderen Erkrankungen auszuschließen (Sehnen, Gelenke), kann man die sogenannte Keilprobe anwenden (Tierarzt, Hufschmied) um einen Verdacht auf Hufrollenentzündung zu erhärten.

Hierzu wird der Huf auf einen Holzkeil gestellt, das dickere Ende des Keils zur Zehe, und der andere Huf aufgehoben. Die Überstreckung der Beugesehne sollte dem Pferd so unangenehm sein, daß es sich diese Prozedur nur sehr ungern gefallen läßt. Danach lässt man das Pferd antraben. Ein gesundes Pferd kann die Keilprobe durchaus aushalten. Ist der Verdacht bestätigt sollte unbedingt ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Der Tierarzt kann den Huf röntgen und eine Leitungsanästesie durchführen um den Verdacht zu bestätigen.
Bei der Leitungsanästesie wird der untere Bereich des Hufs (Kronbein, Hufbein, Strahlbein) betäubt. Da das betäubte Pferd in dem Bereich dann keine Schmerzen mehr hat, sollte es klar gehen.

Die Krankheit ist nur in ihren Anfängen heilbar – im fortgeschrittenen Stadium ist sie unheilbar.

Die einzige Möglichkeit dem Pferd Linderung zu geben, ist die Trachten hochzustellen, um die Beugesehne zu entlasten.
Außerdem sollten harte Schläge im Huf (Eisen auf hartem Boden vermieden werden).
Im Anfangsstadium der Krankheit kann man eine Verbesserung des Zustands durch ausgiebigen Weidegang Barhuf ohne Belastung des Pferds erreichen.

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Kommentare zum Artikel

Peter Haumichl schrieb am 11.01.2010 17:36:15:

Endlich mal kein wissenschaftliches Kauderwelsch, sondern so einfach erklärt, daß sogar ich das verstehe. Danke Peter

Katja Doering schrieb am 26.01.2010 09:46:34:

Liebe Leser dieses Artikels, die Trchten über ein Eisen hochzustellen bringt sicherlich kurzfristig eine Entlastung für das Pferd. Man muss sich aber vor Augen führen, dass der ganze Huf nun starr gemacht worden ist (keine Federung, keine Hufmechanik, Abrieb v.a. in den Trachten, die dann unterschieben). Die Stellung von Sehnen und Gelenken werden von jetzt auf gleich verändert, beim Eisenwechsel sowieso, wird die Zehe gekürz und wirder bekommt das Pferd neue Stöckelschuhe. Ich möchte euch die Augen öffnen, welch eine Helbelarbeit nun die Sehnen und Geleke des ganzen Beines aushalten mussen, und dass schon alle 6 bis 8 Wochen. Es gibt Alternativen zur BEhandlung der Hufrollenentzündung, horcht euch bitte um!

Katja Doering schrieb am 26.01.2010 09:49:12:

Und zwar ohne Eisen, weil die Ursache ist die Fehlstellung des Hufen und die starren Eckstrebenwände, die den Schleimbeutel quetschen, bei jeder Bewegung des Hufes.

Bei Trachtenzwang, oder eingezogenenen Trachten gebe ich Dir recht.
Ich schreibe ja auch, daß im Anfangsstadium Heilung durch Weidegang möglich ist. Ist der Schleimbeutel aber zerstört hilft eine Entlastung der Sehne.
Dieser Artikel soll kein pro Beschlag sein, sondern eine Erklärung der Podotrochlose...